Farbratten

Viele Menschen halten es immer noch für seltsam das Farbratten als Haustiere gehalten werden.Es gibt doch schließlich so viele andere "normale" Tiere.
Also wie kommt man auf die Idee sich für Ratten zu entscheiden?

Bei uns war es so, dass mein Sohn mit 13 Jahren den Wunsch nach "eigenen" Tieren hatte.
Er interessierte sich für Landschildkröten und auch für Farbratten.
Ich informierte mich in den tollen " Fachbüchern" über beide Tierarten,
und die artgerechte Haltung von Landschildkröten erschien mir doch sehr schwierig.
Wir holten dann unsere zwei Rattenmädels Murmel und Speedy aus dem Zoofachgeschäft
(von privaten Pflegestellen und Notfallvermittlung hatte ich noch keine Ahnung)
Speedy wurde die Ratte von meinem Sohn, und Murmel die Ratte von meiner Tochter.

Unsere beiden hatten es bei uns nicht schlecht angetroffen, denn zumindest die typischen Anfängerfehler machten wir nicht. Wir hielten nicht nur eine Ratte, die beiden lebten zusammen in einem recht großen Käfig einem Furet XL (das ist eigentlich ein Frettchenkäfig, die armen Frettchen die wirklich darin leben müssen), sie bekamen Aufmerksamkeit und Freilauf. Die beiden waren wirklich superlieb.
Meine Tochter und ich entwickelten eine große Liebe zu diesen Tieren. Mein Sohn mochte sie auch, aber in seinem Alter waren dann doch andere Sachen interessanter.

Aus diesem Grund sollten sich Eltern immer darüber im Klaren sein, dass sie die Hauptverantwortung für die Tiere übernehmen!!!

Mit den beiden Süßen begann meine große Leidenschaft für Farbratten.



Das Ratten einen Partner brauchen, und nicht in einem Hamsterknast leben möchten war mir klar gewesen. Trotzdem wusste ich eigentlich sehr wenig über Farbratten.

Unsere kleine Speedy bekam schon mit wenigen Monaten starken Durchfall, und sie verlor sehr stark an Gewicht. Mein damaliger Tierarzt hatte auch nicht viel Ahnung von Farbratten. Wahrscheinlich hätte sie eine Chance gehabt, wenn ich zu einem Rattenerfahrenen Tierarzt gegangen wäre. Unsere süße Speedy wurde nur acht Monate alt. Damit unsere geliebte Murmel nicht alleine leben musste, bekam sie Blacky als neue Partnerin. Die Kleine war damals gerade 4 Wochen alt, von Integration hatte ich keine Ahnung!! Wir hatten Glück, Murmel liebte Blacky. Heute weiß ich das Ratten frühestens mit 8 Wochen zu älteren Tieren integriert werden dürfen. Es hätte auch anders ausgehen können, und wir hätten dann eine kleine tote Babyratte im Käfig gehabt.

Wir wollten nur Weibchen, aber wie das Leben so spielt: Ich verliebte mich in eine kleine Futterratte, meinen süßen Cheeky. Er war noch so winzig, das überhaupt noch keine Hoden zu erkennen waren. Zusammen mit vielen anderen winzigen Rattenbabys lebte er in einer Makrolonwanne für Futtertiere. Ich wollte ihn erstmal retten...und dann schauen wie es weitergeht...er blieb schließlich bei uns. Mit drei Monaten bekam er einen Partner, meinen Kuschelratz Jack. Von Integration hatte ich immer noch nichts gehört. Die beiden wurden wieder einfach zusammengesetzt. Sie verstanden sich nicht besondes gut miteinander. Sie lebten trotzdem einige Zeit zusammen, bis es zu ersten tiefen Bisswunden bei Jack kam. Er hatte dann richtig Panik vor Cheeky. Die Böckchen hatten Geruchs- und Sichtkontakt zu den Mädels, dass führte bei Cheeky zu noch größeren Aggressionen.
Auch das wusste ich nicht.

Schließlich bekam Jack einen neuen Partner, unseren Pitty. Sie zogen ins Wohnzimmer um. Cheeky lebte wieder eine Zeitlang alleine, und wir entschlossen uns ihn kastrieren zu lassen. Er sollte dann nach 6 Wochen bei den Mädels einziehen, und endlich glücklich werden. Cheeky überlebte den Tag seiner Kastration nicht. Ich war absolut fassungslos und hatte starke Schuldgefühle. Im Nachhinein weiß ich das Farbratten nach Möglichkeit immer unter Gasnarkose operiert werden sollten. Dieser Schock hat bei mir mit dazu beigetragen, dass ich mich über unsere geliebten Ratten endlich richtig informierte.



Seit fünf Jahren bin ich fasziniert von diesen tollen Tieren. Ich habe einiges falsch gemacht, weil ich es einfach nicht besser wusste. Die wenigsten Rattenhalter sind von Anfang an perfekt, aber jeder sollte bemüht sein dazu zu lernen. Auch meine Tochter ist immer noch vom Rattenvirus befallen ;-)
Inzwischen leben schon elf unserer Lieblinge hinter dem Regenbogen.

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