Farbratten brauchen einen Partner

Wie möchte ihre Ratte wohl leben?

Unsere Farbratten stammen von den Wanderratten ab. Wildratten leben gemeinsam in einem großen Familienverbund. Auch unsere zahmen Ratten haben die gleichen Bedürfnisse,
wie ihre wilden Verwandten.
Sie sind Rudeltiere, und brauchen mindestens einen gleichgeschlechtlichen Partner.

Argumente für Einzelhaltung? Sie können alle widerlegt werden.

Meiner Ratte geht es gut, ich kümmer mich viel um sie.
Selbst wenn sich ein Rattenhalter den ganzen Tag mit seinem Tier beschäftigen würde, wäre es immer noch viele Stunden in der Nacht alleine. Ratten brauchen ständigen Kontakt zu ihren Artgenossen, viele Stunden am Tag und in der Nacht verbringen sie damit sich eng aneinander zu kuscheln. Nehmen Sie ihre Ratte auch nachts ins Bett? Sie können sich mit ihrem Tier unterhalten, aber es versteht sie nicht. Unsere Farbratten unterhalten sich im Ultraschallbereich miteinander, sie verfügen über vielfältige Kommunikationsmöglichkeiten. Ratten haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Sie putzen sich gegenseitig, kuscheln und spielen miteinander. Ohne einen Artgenossen kann es zu aggressivem Verhalten kommen. Viele Einzelratten verkümmern mit der Zeit. Sie werden apathisch, und fügen sich in ihr Schicksal. Als Mensch ist man niemals in der Lage seinem Tier den Partner zu ersetzten.


Ich möchte das meine Ratte zahm bleibt
Eine weit verbreitete Meinung ist, dass nur eine Einzelratte richtig zahm wird. Durch meine eigenen Erfahrungen kann ich dem nur widersprechen. Wir hatten immer mehrere Ratten, und mit Ausnahme von unserem Halbwildratz hat jede(r) eine enge Beziehung zu uns gehabt. Wenn Sie sich ausreichend mit ihren Tieren beschäftigen, wird fast jede Ratte zahm. Jedes Tier ist ein eigenständiges Individuum, es wird immer Ratten geben die ängstlich und zurückhaltend sind. Daran würde auch Einzelhaltung nichts ändern, die armen Tiere wären alleine einfach nur unglücklich.

Ich glaube nicht das sich meine Ratte mit anderen verträgt
Bei unkastrierten Böcken ist die Vergesellschaftung nach meinen eigenen Erfahrungen schwieriger als bei Weibchen. Am besten lassen sich Böckchen mit zwei Jungtieren vergesellschaften. In Einzelfällen kommt es vor, dass sich Ratten nicht vergesellschaften lassen. Meistens liegen die Fehler aber beim Rattenhalter. Aus Unwissenheit kann man vieles falsch machen. Damit sich ihre Ratte mit dem neuen Partner auch verträgt, ist es wichtig sie richtig zu integrieren. Kein Tier ist erfreut, wenn einfach ein fremder Artgenosse in seinen Käfig gesetzt wird. Sie wird ihr Revier vor dem "Eindringling" verteidigen, was zu bösen Verletzungen führen kann. Sie brauchen Geduld, und ihre Tiere die erforderliche Zeit zum Kennenlernen.
Wie sollte man seine Ratte richtig vergesellschaften?

Mein Käfig ist zu klein für eine weitere Ratte
Dieses Argument kann überhaupt nicht zählen. Die Mindestmaße für einen artgerechten Rattenkäfig für zwei Ratten betragen: 80 x 50 x 80 (Höhe, Tiefe, Breite). Auch ein einzelnes Tier sollte niemals in einem kleineren Käfig leben müssen. Alles andere fällt unter die Bezeichnung "Hamsterknast" und ist Tierquälerei.
Ob ihr Käfig groß genug ist, können Sie mit dem Nose-Calkulator errechnen

Eine zweite Ratte macht mehr Arbeit und kostet Geld
Es reicht auch bei zwei Ratten, den Käfig 1 mal wöchentlich gründlich zu reinigen und die Einstreu zu erneuern. Holzetagen nach Bedarf abwischen, Hängematten nach Geruchszustand :-) erneuern, das Rattenklo öfters kontrollieren...all das fällt auch bei einer einzelnen Ratte an. Auch Farbratten die in einer Gruppe leben, brauchen weiterhin engen Kontakt zu ihren Menschen und ihren Freilauf. Aber Sie bräuchten kein schlechtes Gewissen mehr zu haben, wenn sie an manchen Tagen etwas weniger Zeit für ihre Tiere haben. Denn anstatt einer einsamen Ratte, hätten sie mehrere Tiere die miteinander kuscheln und spielen. Eine Ratte mit einem Partner wäre nie mehr alleine
Zwei Tiere fressen mehr als eins, das ist klar. Aber auch eine etwas größere Menge an Frisch- und Körnerfutter ist bezahlbar. Vermehrte Kosten werden natürlich bei den möglichen Tierarztbesuchen anfallen. Aber ein glückliches Tier mit einem Partner, neigt nicht zu Verhaltensauffälligkeiten. Die Gesundheit und das Wohlbefinden ihres Lieblings sollte Ihnen das Wert sein.

Sie alleine treffen die Entscheidung,ob ihre Ratte ein artgerechtes Leben führen darf.
Auch wir Menschen brauchen andere Menschen, zum Reden, lachen und Glücklichsein.

Bilder gegen Einzelhaltung